Reflexion Rollenspiel Gruppennoten

1. Ganz spontan – gab es bei der Durchführung des Rollenspiels ein ‘Aha-Erlebnis’?
Als Mediatorin durfte ich erleben, wie gross die Herausforderung ist, sich aus der Diskussion raus zu halten und keine eigenen Vorschläge zu nennen. Insbesondere als die Parteien ihre Argumente wiederholten und es sich anfühlte, als würden wir uns im Kreis drehen, wurde ich ungeduldig und wollte eine Lösung herbeizwingen. Ich bin viel zu schnell zur Lösungssuche gewechselt und habe den verschiedenen Parteien zu wenig Zeit und Raum gegeben, ihre Interessen kundzutun. Ich hätte mehr nachhaken und nach dem «Warum» fragen sollen.
Als Vorbereitung würde ich mir Fragen notieren, die mich der Motivation und den Interessen der einzelnen Parteien näher bringen.


2. Was haben Sie in der Rolle der Mediatorin/des Mediators gut gemacht? Aufgrund dieser Erfahrung – auf was werden Sie bei der Vorbereitung eines Konfliktgesprächs in Zukunft besonders achten?
Mit der Begrüssung und dem Start des Gesprächs bin ich soweit zufrieden. Ich habe die Teilnehmenden abgeholt, bin mit ihnen in ein ruhiges Gespräch gestartet und habe die Regeln und den Ablauf klar kommuniziert. Auch habe ich versucht alle Parteien zu Wort kommen zu lassen, wobei Gina aber einen kleineren Gesprächsanteil hatte. Leider ist es mir nicht gelungen neutral zu bleiben und nicht zu werten. In Zukunft werde ich versuchen emotional mehr Distanz zu wahren und mich – auch wenn ich mich in die eine Partei besser einfühlen kann als in die andere – neutral zu verhalten.
Ein Notizblatt, auf dem alle wichtigen Informationen und Fragen in einer sinnvollen Reihenfolge aufgelistet sind, wäre sicher hilfreich, um das Gespräch erfolgreich zu leiten. 


3. Notieren Sie hier ganz kurz eine Konfliktsituation, welche Sie erlebt haben. Stellen sie sich vor, dass Sie dazu eine Mediation machen würden. Wie würden Sie sich darauf vorbereiten? Können Sie Ihre eigenen Interessen und diejenigen der ‘Konfliktpartei’ benennen?
Bei einer Winter-Saisonstelle im Service fühlte ich mich ungerecht behandelt, da wir kein einziges Wochenende frei hatten und oftmals 7 Tage in der Woche durcharbeiten mussten. Als ich an einem bestimmten Wochenende frei nehmen wollte, da ich dann Besuch bekam, kam mir der Restaurantbesitzer nicht entgegen, obwohl ich ihm gefühlt ständig entgegenkam.
Damit ich für die Konfliktpartei mehr Verständnis aufbringen kann, würde ich als Vorbereitung auf die Mediation versuchen ihre Interessen zu identifizieren:

Interesse Restaurantbesitzer: Zufriedenheit der Gäste / Engagierte Angestellte /
Umsatzrentabilität
Interesse Serviceangestellte: Wertschätzung / Entgegenkommen (Geben-Nehmen im Gleichgewicht) / Einhalten des Arbeitsvertrags

Kommentare

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  2. Liebe Marigna
    Du hast die Aufgabe der Mediatorin, meiner Meinung nach, sehr gut war genommen und die verschiedenen Parteien abgeholt, respektive in den bevor liegenden Prozess eingeführt. Du hast den Ablauf, den zeitlichen Rahmen, deine Rolle im Prozess, wie auch den Grund und das Ziel des Zusammentreffens aufgeführt (Phase1). Einziger Kritikpunkt, wir haben ohne das abgesprochen zu haben, in der Du-Form gearbeitet. Im Anschluss an Phase 1, hast du das Wort an die einzelnen Personen gegeben und deren Positionen abgeholt und nachdem die jeweilige Person gesprochen hatte, den Inhalt in eigenen Worten nochmals zusammen gefasst (Phase2). Als das Gespräch begann sich im Kreis zu drehen und die Parteien auf ihren Positionen verharrten, wurde die Phase 3, das Herausfinden der verschiedenen Interessen zu wenig bis gar nicht beachtet, sondern es wurde direkt zur Phase 4 übergegangen und eine Lösungssuche herbeigeführt, wobei du kurzzeitig parteiisch wurdest. Danach wurde das Rollenspiel durch die Lehrperson unterbrochen.

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  3. Liebe Marigna
    Dein Einstieg in die Mediation war sehr gut. Durch deine ruhige Art und ausführliche Einleitung ist mir der Einstieg in das Rollenspiel leichtgefallen. Zudem fand ich es sehr gut, dass du zwischendurch auch immer wieder auf die Regeln verwiesen hast.
    Ich denke ein Blatt mit einem kurzen Überblick über die Phasen der Mediation könnte dir das nächste mal helfen, etwas mehr nachzufragen und so die Interessen aufzudecken.

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  4. Liebe Marigna
    Die Situation im Restaurant tönt doch sehr unfair dir gegenüber. Das erinnert mich daran, dass es nicht nur wichtig ist, taktvoll und sensibel zu sein in einem Gespräch, sondern auch für sich selber einzustehen. Das gilt vor allem dann, wenn die Gegenpartei eher egoistisch ist. Es würde mich wunder nehmen, ob der Restaurantbesitzer überhaupt auf deine Interessen eingegangen wäre. Was man in einer solchen Situation machen kann, ist mir nicht ganz klar.

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  5. Liebe Marigna
    Deine Wahrnehmungen scheinen sich mit deren der Teilnehmenden zu decken, was dafür spricht, dass du deine Stärke und das Potenzial schon erkannt hast. Wenn du wieder mal in die Situation kommst, dass sich "was im Kreis dreht" hilft es ev. inne zu halten und (gemeinsam) aufzuschreiben, was schon erarbeitet wurde. Dieser Zeitslot gibt dir die Zeit, dich neu zu orientieren und auszurichten, du behältst dabei die Führung und es gibt allen die Chance zu sehen, was schon erreicht wurde und wo ihr weiter nachbohren werdet oder möchtet.
    Die Situation in der Arbeit ist für mich auch aus arbeitsrechtlicher Hinsicht glaub ich nicht ok. Das hilft dir zwar nicht direkt weiter, sollte dich jedoch darin festigen, deine Ansprüche anzubringen. Ich denke wenn du deinem Gegenüber aufzeigst, dass es auch Vorteile hat, wenn du mal x Tage frei hast, kommt ihr in den Bereich eurer gegenseitigen Interessen: du bist erholt, hast mehr Energie, kannst den Gästen wieder mehr Aufmerksamkeit schenken und förderst damit den guten Ruf des Lokals usw. Dies nur so ein paar Ideen, die mir gekommen sind... Viel Erfolgt beim konstruktiven Einfordern deiner Rechte :)
    Lieber Gruss, Margarida

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